NIS-2: Was Unternehmen jetzt wissen müssen – und warum Abwarten keine Option ist

Cybersecurity wird zur Pflichtaufgabe der Geschäftsführung.
Mit der NIS-2-Richtlinie hebt die EU die Anforderungen an Informationssicherheit deutlich an. Ziel ist es, die Resilienz kritischer und wichtiger Unternehmen gegenüber Cyberangriffen nachhaltig zu stärken. Für viele Organisationen bedeutet das: mehr Verantwortung, klarere Prozesse – und weniger Spielraum für Improvisation.

Was ist NIS-2?

NIS-2 ist die Weiterentwicklung der bisherigen NIS-Richtlinie und erweitert sowohl den Anwendungsbereich als auch die Pflichten für betroffene Unternehmen. Neben klassischen KRITIS-Betreibern fallen nun auch zahlreiche „wichtige Einrichtungen“ unter die Regulierung – darunter Unternehmen aus Transport, Logistik, Industrie, Handel und IT-Dienstleistungen.

Entscheidend ist dabei weniger die Branche allein, sondern vor allem Unternehmensgröße, Rolle in der Lieferkette und systemische Relevanz.

Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick

  • Erweiterter Geltungsbereich: Deutlich mehr Unternehmen sind betroffen als bisher

  • Haftung des Managements: Geschäftsleitungen tragen persönliche Verantwortung für die Umsetzung

  • Strengere Meldepflichten: Sicherheitsvorfälle müssen binnen kurzer Fristen gemeldet werden

  • Höhere Sanktionen: Bußgelder können sich an der Unternehmensgröße orientieren

  • Lieferketten-Fokus: Auch Risiken bei Partnern und Dienstleistern müssen berücksichtigt werden

Warum gerade Logistik- und Transportunternehmen betroffen sind

Moderne Logistik ist hochgradig digitalisiert: Transportmanagementsysteme, Echtzeit-Tracking, Lagerautomatisierung und Kundenportale sind geschäftskritisch. Ein IT-Ausfall oder Cyberangriff wirkt sich nicht nur intern aus, sondern kann ganze Lieferketten lahmlegen.

NIS-2 erkennt diese Abhängigkeiten explizit an – und macht Cyberresilienz zu einem Wettbewerbs- und Vertrauensfaktor.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Auch wenn die nationale Umsetzung noch im Gange ist:
Unternehmen sollten jetzt handeln und keine Zeit verlieren.

Empfohlene erste Schritte:

  1. Betroffenheit prüfen (Größe, Branche, Rolle in der Lieferkette)

  2. IST-Analyse der IT- und Sicherheitsprozesse

  3. Verantwortlichkeiten klar definieren – inklusive Management-Einbindung

  4. Roadmap zur NIS-2-Konformität entwickeln

Fazit

NIS-2 ist kein reines IT-Thema, sondern eine strategische Managementaufgabe. Wer frühzeitig investiert, reduziert nicht nur regulatorische Risiken, sondern stärkt auch die eigene Resilienz und das Vertrauen von Kunden und Partnern.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert